Was ist eine Arbeitnehmerüberlassung?

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Für viele Arbeitgeber gibt es Zeiten im Jahr, in denen buchstäblich Hochbetrieb herrscht. Und nicht wenige Arbeitgeber kennen in solchen Zeiten die denkbar unglückliche Situation, dass nicht genügend Mitarbeiter zur Verfügung stehen, um diese Menge an Arbeit zu bewältigen. Man stelle sich nur mal vor, dass in einem Kaufhaus während des Weihnachtsgeschäfts mehrere Angestellte krank sind, oder eine Mitarbeiterin in leitender Position in Elternzeit geht. In Fällen wie diesen ist es nicht einfach für Personalabteilungen, zu jeder Zeit für ausreichend Personal im Unternehmen zu sorgen. Um solchen Szenarien entgegenzuwirken, gibt es einige Instrumente, wie beispielsweise die sogenannte Arbeitnehmerüberlassung. Diese kann viele Personalarbeiter maßgeblich dabei unterstützen, auf flexible Weise neues Personal zu organisieren. Was es damit genau auf sich hat, und welche Vorteile die Arbeitnehmerüberlassung zu bieten hat, können Sie in diesem Artikel in Erfahrung bringen.

Arbeitnehmerüberlassung Definition

Im Prinzip handelt es sich bei der Arbeitnehmerüberlassung um nichts anders, als um Zeitarbeit, welche nicht mit einer Befristung des Arbeitsvertrags gleichgesetzt werden kann. Sie ist eher dem „Zeitvertrag“ gleichzusetzen, und wird durch das sogenannte „Arbeitnehmerüberlassungsgesetz“ (AÜG) geregelt. Zu Beginn war sie dafür gedacht, in Ausnahmesituationen bei Betrieben für genug Personal zu sorgen. Dies ist zwar heute immer noch der Fall, allerdings hat sich die Arbeitnehmerüberlassung inzwischen zu einem gefragten, arbeitsrechtlichen Instrument weiterentwickelt. Als Verantwortlicher für das Personal im Unternehmen können Sie nämlich durch sogenanntes „Personalleasing“ sicher gehen, dass die Firma auf sämtliche Schwankungen der Konjunktur angemessen reagieren kann, und der Geschäftsbetrieb stets zuverlässig weiterläuft. Der genaue Prozess einer Arbeitnehmerüberlassung läuft wie folgt ab:

Zunächst bestehen mehrere Vertragsbeziehungen zwischen insgesamt drei Parteien: der Verleiher (Personaldienstleister), der Entleiher (eine Firma), und der Leiharbeiter. Bei den Vertragsbeziehungen sieht es so aus, dass der Entleiher und Verleiher gemeinsam einen Vertrag abschließen, in dem die Verleihung von Arbeitskräften gegen Geld geregelt ist. Der Personaldienstleister nimmt dabei die Funktion eines Arbeitgebers für den Leihmitarbeiter ein – und dies innerhalb eines gesetzlichen Arbeitsverhältnisses, welches vertraglich genau festgelegt ist. Und auch während der Überlassungszeit hat der Personaldienstleister die ganze Zeit über für den Leiharbeiter die Funktion eines Arbeitgebers. Der Entleiher bezahlt dabei regelmäßig einen Betrag an den Personaldienstleister, der daraus dann wiederum das Gehalt an den Zeitarbeiter auszahlt. Ein direktes Arbeitsverhältnis zwischen dem Leiharbeiter und Entleiher existiert nicht.

Geschichte der Arbeitnehmerüberlassung

Ursprünglich kommt das Konzept der Arbeitnehmerüberlassung aus den Vereinigten Staaten. Damals mussten zwei amerikanische Anwälte ein juristisches Schriftstück erstellen, und brauchten zu diesem Zweck dringend eine Sekretärin. Während die beiden Anwälte noch mit der Suche nach einer passenden Besetzung für diese Stelle beschäftigt waren, wurde ihnen allmählich klar, dass die neu eingestellte Sekretärin in jedem Fall nur für einen kurzen Zeitraum einen Arbeitsvertrag bekommen würde. Aus dieser Lage heraus, und aufgrund der Tatsache, dass auch bei anderen Firmen keine passenden Kräfte verfügbar waren, kam den beiden Anwälten eine Idee: das Konzept der Arbeitnehmerüberlassung. Im Jahre 1948 gründeten die beiden das Unternehmen namens „Manpower Inc.“ in Milwaukee im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin. Das Geschäftsmodell der Firma war von großem Erfolg begleitet, was im Jahre 1956 zu einer Expansion in europäische Länder führte. In diesem Jahr eröffneten Büros von Manpower Inc. in den Metropolen London und Paris.

Vorteile der Arbeitnehmerüberlassung

Karrieresprungbrett

Viele Menschen, die gerade frisch ihren Uni-Abschluss in der Tasche haben, tun sich oft schwer damit, nach dem Studium direkt in ein Arbeitsverhältnis zu kommen. Oft haben die Absolventen noch keinerlei Berufserfahrung sammeln können, oder sie sind einfach noch in einer Lebensphase, in der sie noch gar nicht so genau wissen, welchen beruflichen Weg sie eigentlich gehen möchten. Und an diesem Punkt kann eine Zeitarbeitsfirma maßgeblich dazu beitragen, dass der Einstieg in den gewünschten Beruf gelingt. Dadurch, dass die Leihmitarbeiter von der Zeitarbeitsfirma in mehreren Branchen und Fachrichtungen in verschiedenen Projekten eingesetzt werden, wird es Berufseinsteigern möglich, erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln.

Sparen von Mühe & Zeit

Viele Jobsuchende können ein Lied davon singen, wie schwer es sein kann, einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Nicht selten nimmt für Jobsuchende die Arbeit an den Bewerbungsunterlagen wie Anschreiben und Lebenslauf viele Stunden in Anspruch. Für die Vorstellung bei einem Personaldienstleister ist eine einfache Bewerbung vollkommen ausreichend. Ab diesem Zeitpunkt müssen Sie als Jobsuchender keine weiteren Schritte mehr unternehmen, da sich die Zeitarbeitsfirma um den Rest des Bewerbungsprozesses kümmert, und Sie an passende Kunden mit einem passenden Projekt vermittelt.

Sicherheit

Zeitarbeiter sind in Anbetracht einiger Aspekte recht gut abgesichert. Im Regelfall bekommen sie einen unbefristeten Vertrag, und sind zudem auch kranken-, arbeitslosen-, pflege- und rentenversichert. Und selbst, wenn Sie als Zeitarbeiter mal krank werden sollten, müssen Sie sich keine Sorgen ums Geld machen, da die Zeitarbeitsfirma in solchen Fällen auch Lohnfortzahlungen auszahlt. Damit sind die Rechte eines Zeitarbeiters praktisch gleichzusetzen mit den Rechten eines handelsüblichen festangestellten Arbeitnehmers, der sich nicht in Zeitarbeit befindet. Außerdem genießen Angestellte in Zeitarbeit noch den großen Vorteil, dass sie von Tarifverträgen profitieren. Dabei muss man jedoch anmerken, dass sich die Höhe des gezahlten Gehaltes an der Berufserfahrung und Qualifikation des Angestellten orientiert, und sich daher auch von Fall zu Fall unterscheidet. Darüber hinaus profitieren die über Arbeitnehmerüberlassung beschäftigten Zeitarbeiter nach neun Monaten im gleichen Betrieb vom sogenannten Equal Pay. Dabei handelt es sich um eine Gesetzesgrundlage, durch die Zeitarbeitsfirmen dazu verpflichtet werden, dem Angestellten in Zeitarbeit den gleichen Verdienst zu bieten, wie ihn auch die Stammbelegschaft des Unternehmens hat.

Fazit

Die Arbeitnehmerüberlassung ist ein sehr nützliches Instrument – sowohl für Jobsuchende, als auch für Unternehmen. In Phasen des Hochbetriebs kommen Firmen so an fehlende Mitarbeiter, und Jobsuchende können leicht in ein neues Berufsfeld einsteigen, um dort schnell und unkompliziert Erfahrungen zu sammeln. Außerdem genießen Angestellte in Zeitarbeit viele Vorteile und Sicherheiten, die anderen Arbeitnehmern oft für viele Berufsjahre verwehrt bleiben. Und Unternehmen haben dadurch die Möglichkeit, schnell und flexibel auf Konjunkturveränderungen zu reagieren, um ihren Geschäftsbetrieb weiter am Laufen zu halten.

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